Besonderer Moment in der Moerser City: Am Dienstag, 21. Juli, dem internationalen Gedenktag für verstorbene Drogengebrauchende, kamen an der Moerser Mühlenstraße zwischen Moersbach und Gesundheitsamt Mitarbeitende der Drogenhilfe und Klientinnen und Klienten zusammen. Gemeinsam mit Diakoniegeschäftsführer Pastor Kai T. Garben gedachten sie am dortigen Gedenkstein für die Drogentoten derjenigen, die an ihrer Erkrankung verstorben sind und sprachen für sie und ihre Angehörigen ein Gebet. „Möge dieser Ort uns daran erinnern, dass wir gemeinsam Verantwortung tragen für eine Gesellschaft, die hinsieht, statt wegzusehen, die hilft, statt zu verurteilen und die jedem Menschen mit Respekt begegnet“, sagte Garben.
Als Zeichen ihrer Verbundenheit setzten sie im Anschluss an die Gedenkfeier symbolische Schiffchen in den Moersbach. Klientinnen und Klienten hatten diese beim offenen Cafévormittag für Menschen in Substitutionsbehandlung aus bunten Papierbögen gefaltet und ihre Wünsche für die Verstorbenen darauf geschrieben.
Britta Dietrich-Aust, die Leiterin der Drogenhilfe der Grafschafter Diakonie, hob mit Blick auf den diesjährigen Leitsatz des internationalen Gedenktages „Verändern, um Leben zu retten“ die Bedeutung des Projekts „Streetwork in Moers“ (SIM) hervor. Das gemeinsame niederschwellige Angebot des Kreises Wesel, der Stadt Moers, der Grafschafter Diakonie und des Caritasverbandes Moers-Xanten startete in der zweiten Jahreshälfte 2025 und richtet sich an Menschen, die im öffentlichen Raum Alkohol oder andere Drogen konsumieren. Zwei Streetworkerinnen suchen sie an ihren Aufenthaltsorten auf, vermitteln in das bestehende Hilfesystem, informieren über gesundheitliche Risiken und Safer Use und stehen als Ansprechpartnerinnen für Anwohnende und weitere Beteiligte zur Verfügung. „Streetwork eröffnet oft den ersten Zugang zu Unterstützung. So können wir im besten Fall dazu beitragen, Krisen zu entschärfen und Leben zu retten“, sagte Britta Dietrich-Aust.
Info: Den Gedenkstein an der Moerser Mühlenstraße gibt es seit dem Jahr 2023. Klientinnen und Klienten und die Mitarbeitenden der Drogenhilfe hatten sich den Erinnerungsort gewünscht. Die Gestaltung des Erinnerungssteins übernahm der Bottroper Künstler Guido Hofmann. Neben dem Schriftzug „Im Gedenken an die Drogentoten“ ist auf dem Kunstwerk das Gedicht einer Moerser Drogenerkrankten zu lesen.
Im Kreis Wesel werden rund 500 von einer Opiatabhängigkeit betroffene Personen mit Ersatzstoffen zur Substitution versorgt. Für mehr als 200 von ihnen sind die Fachkräfte der Drogenhilfe der Grafschafter Diakonie in Moers und Kamp-Lintfort im Einsatz. Die Berater fungieren z.B. in psychischen Krisen als stützende Gesprächspartner oder stehen zur Seite, wenn es um Wohnungsbelange, mögliche Schritte ins Berufsleben oder andere praktische Fragen geht. Einmal die Woche kommen Klientinnen und Klienten beim offenen „Substi-Café“ an der Rheinbergerstraße zusammen und tauschen sich untereinander und mit den Beratenden der Drogenhilfe aus.








