Abschied nach 41 Jahren für Johannes Haferkamp: „Wir sind dankbar für die Zeit mit Ihnen, in der Sie so vieles haben bewirken können, dass eine vollständige Aufzählung kaum möglich ist. Ihre Arbeit hat besondere Spuren hinterlassen, in unserer Dienstgemeinschaft, im sozialen Miteinander hier vor Ort und in der Region“, sagte Pastor Kai T. Garben, Geschäftsführer der Grafschafter Diakonie bei der Abschiedsfeier.
Soziale Bedarfe erkennen und darauf aufbauend hilfreiche Strukturen schaffen – So begann der Diplom Sozialpädagoge gleich nach dem Berufsseinstieg im Jahr 1985 mit seiner Arbeit. In dem Fehlen von Unterstützungsangeboten für alleinerziehende Eltern hatte der junge Sozialarbeiter eine Versorgungslücke erkannt und gemeinsam mit dem Kirchenkreis Moers Beratungs- und Begegnungsangebote in Kamp-Lintfort geschaffen. Im Jahr 1991 folgte der Auftrag, eine dauerhaft vor Ort verankerte Beratungsstelle der Diakonie aufzubauen. In diese Zeit fiel die Entwicklung wichtiger Angebote wie der Wohnungslosenhilfe oder das Projekt „Stadt ohne Obdach“. Ziel war es, an den sozialen Ursachen ansetzend Wohnungsverlusten dauerhaft vorzubeugen.
Aus einem Beschäftigungsprojekt für junge Menschen ohne Arbeit entstand Mitte der 1990er-Jahre die Lintforter Tafel. Mit der Anmietung und dem Umbau des ehemaligen Traditionslokals „Schwarzer Diamant“ wurde eine Ausgabestelle mit Treffpunkt-Café geschaffen. Die Verbindung von Lebensmittelhilfe, sozialer Beratung und Beschäftigungsmöglichkeiten entsprach seinem Ansatz, Hilfestrukturen wirkungsvoll zu vernetzen.
Als weiteres Arbeitsfeld initiierte Haferkamp ein Betreuungskonzept zur erzieherischen Begleitung von Kindern an Schulen und legte damit einen weiteren Grundstein für die Entwicklung der organisierten Diakonie zu einem relevanten Träger der Jugendhilfe in Kamp-Lintfort. In diesem Rahmen entstand mit dem „Täfelchen“ ein tägliches Frühstücksangebot für Schülerinnen und Schüler, das an der Janusz-Korczak-Schule bis heute besteht.
Im Jahr 2008 wechselte Haferkamp innerhalb der wachsenden Diakonie in übergreifende Aufgaben. Als Beauftragter für Organisationsentwicklung steuerte er nach Ausbildungen zum Organisationsberater und Coach Projekte zur Qualitäts- und Teamentwicklung, unterstützte den Aufbau neuer Arbeitsbereiche und entwickelte Programme zur Fortbildung und Führungskräfteentwicklung. Nach der Zusammenführung des Diakonischen Werkes mit der Grafschafter Diakonie zu einem großen regionalen Wohlfahrtsverband im Jahr 2015 unterstützte er den Entwicklungsprozess, insbesondere durch die Themen Fortbildung und Qualitätsmanagement. „Dafür zu sorgen, dass sich die jeweiligen Stärken der beiden Organisationen gut ergänzen und im Sinne der Menschen zusammenwirken, war eine Aufgabe, die mir viel bedeutet hat“, sagt Haferkamp rückblickend.








