An der Hülsdonker Walpurgisstraße haben 21 junge Erwachsene und Väter oder Mütter mit Entwicklungsbedarf im emotionalen und sozialen Bereich jetzt besonderen Grund zur Vorfreude auf Frühling und Sommer. Zusammen mit Kräuterpädagogin Katja Scharf pflanzten sie im Rahmen des Projekts „Naschgarten trifft Naturschutz“ im Außenbereich einer Einrichtung der stationären Jugendhilfe der Grafsachafter Diakonie im Dezember sieben neue Bäume und Sträucher. Sie halfen beim Ausheben der Pflanzlöcher, entfernten große Steine und gruben die Gewächse zusammen mit Garten- und Landschaftsbauer Mathias Rülke in den Boden. „Das war zum Teil schweißtreibend, doch es war wunderschön zu erleben, wie die Bewohnenden noch Tage danach stolz über die Aktion berichteten“, sagt Katja Scharf, die zusammen mit ihnen auch die weitere Pflege übernehmen wird.
Auf die ersten Blüten am neuen Blumen-Hartriegel-Baum und den vier großen Kornelkirschen-Bäumen können sich Bewohnende und Besuchende ab Februar freuen. Bis die Superfood-Früchte vom Maulbeerbaum oder die süß schmeckenden Exoten vom Khaki-Baum den Speiseplan bereichern, wird es dagegen noch dauern. „Im ersten Jahr geht die Kraft der Bäume eher in die Wurzel, aber mit etwas Glück kann es eine kleine Kostprobe im Sommer geben“, sagt Katja Scharf.
Auf jeden Fall sollen die Gewächse auf lange Sicht etwas für Naturschutz und Umwelt tun. Die gewählten Sorten können z. B. längere Perioden der Trockenheit überstehen und sind für verschiedene Tierarten sowie die Artenvielfalt von Insekten wichtig. Die frühblühende Kornelkirsche etwa spendet im Vorfrühling Nahrung durch Nektar und Pollen, bietet Schmetterlingsraupen eine Kinderstube und ihre vielstämmige Wuchsform schafft geschützte Nist- und Schlafplätze für Vogelarten und Kleintiere.
Weitere Informationen: In der Einrichtung der stationären Jugendhilfe der Grafschafter Diakonie leben 21 junge Erwachsene und junge Väter oder Mütter mit Kind in Zweier-WGs, Eltern-Kind-Wohnungen oder Einzel-Apartments. Aktuell leben fünf Kinder in der Einrichtung. Außerdem haben hier 13 Erwachsene von 29 bis 74 Jahren mit seelischer Behinderung ihr Zuhause. Zusammen mit den Fachkräften der Grafschafter Diakonie verbessern sie ihre Selbstständigkeit und ihre Alltagskompetenz. Ziel der Bewohnerinnen und Bewohner ist es, trotz der eigenen Behinderung oder seelischen Erkrankung so viel Selbstständigkeit wie möglich zu erreichen. Das tägliche Leben trainieren sie daher so realitätsgetreu wie möglich. Das Projekt „Naschgarten trifft Naturschutz“ startete im April 2019. Inzwischen gibt es im Innenhof über 55 neue Bäume und Sträucher. Das Pflanzen der sieben neuen Bäume wurde möglich, weil im Rahmen der Pflanzaktion „100 Bäume“ und der Mitarbeitenden-Initiative „Komma!“ der Grafschafter Diakonie eine Spenden-Summe von 1500 Euro zusammenkam. Die Baumpflanzaktion „100 Bäume“ ist für alle Interessierten offen. Wer teilnehmen möchte, erhält nähere Informationen unter 100Jahre-100Baeume@grafschafter-diakonie.de.
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