Wie geht es Kindern, deren Eltern von einer Suchterkrankung oder einer psychischen Beeinträchtigung betroffen sind? Wie gehen sie damit um, dass in ihren Familien etwas anders ist, und mit ihren Gefühlen von Traurigkeit, Scham und Unsicherheit? Wo können sie Hilfe und Unterstützung finden? Über diese Fragen diskutierten 30 Vertretende aus Einrichtungen der Kinder- und Jugend- sowie der Suchthilfe jetzt im Movie-Center an der Neustraße 28. Unter dem Leitsatz „Wir werden sichtbar – Vergessenen Kindern eine Stimme geben“ hatten die Drogenhilfe der Grafschafter Diakonie und die Psychiatriekoordination des Kreises Wesel zu einer Extra-Kino-Vorstellung am Nachmittag eingeladen. Gezeigt wurde ein Film, der die Geschichte des siebenjährigen Adrian erzählt, der mit seiner heroinabhängigen Mutter in Salzburg lebt. Der Film zeigt den von der Sucht geprägten Alltag und eröffnet einen positiven Blick. Denn Mutter und Sohn verbindet eine enge und liebevolle Beziehung. Ina Küpperbusch, Mitarbeiterin der Fachstelle Psychiatriekoordination, erläuterte den Hintergrund der Veranstaltung: „Es geht um 2,6 Millionen Kinder und Jugendliche in Deutschland, die in Familien mit Suchtproblemen aufwachsen. Sie sind oft Experten darin, sich anzupassen, zu funktionieren und ihre Sorgen hinter einer Fassade zu verstecken. Sie sind die ‚vergessenen Kinder‘ unserer Gesellschaft. Doch heute holen sie wir aus dem Schatten ans Licht.“ Manuela Oerzmann, Beraterin der Drogenhilfe stellt die Arbeit vor, die die Beratungsstellen der Grafschafter Diakonie als Standorte des Projekts „FitKids“ zur Begleitung der Kinder leisten und betonte: „Wir hoffen, dass wir durch Aktionen wie diese künftig als Einrichtungen und Träger noch besser vernetzt zusammenwirken und die Kinder der betroffenen Familien in den Blick nehmen können.“ Die beiden Fachkräfte beantworteten im Anschluss an die Vorstellung die Fragen der Besuchenden und stellten Informationsmaterial zu Hilfsangeboten zur Verfügung.
Weitere Informationen: Die Filmvorführung stand im Zusammenhang mit der bundesweiten COA (Children of Addicts)-Aktionswoche, die in der Zeit vom 22. Bis 28. Februar auf die Situation von Kindern in suchtbetroffenen Familien und die entsprechenden Unterstützungsangebote aufmerksam macht. Der Verein Klartext für Kinder hatte die Kino-Aktion finanziell unterstützt.








