Jugendliche aus Neukirchen Vluyn mit und ohne Zuwanderungsgeschichte haben Rap eingesungen
„Ich sehe Kinder mit Angst in den Augen, nicht jeder hat das Glück an seinen Traum zu glauben.[…] Liebe liegt begraben, Träume sind kaputt, doch wir geben nicht auf, schöpfen neuen Mut.“ Es sind eindrucksvolle Worte, die Jugendliche aus Neukirchen-Vluyn für ihren Rap gefunden haben. 12 Jungen und Mädchen mit und ohne Zuwanderungsgeschichte, vorwiegend aus neunten Klassen, haben im September ihre Erfahrungen zusammengetragen und sie innerhalb von einer Woche im Track „Kinder der Zeit“ verdichtet und eingespielt.
Ins Leben gerufen hat das Projekt die Flüchtlingshilfe der Grafschafter Diakonie. „Ich suchte nach einer Idee, Kindern mit Zuwanderungsgeschichte eine Möglichkeit zu geben, sich mitzuteilen – und das Medium dieser Generation ist Musik, insbesondere Rap“, erzählt Koordinatorin Heike Völlings. In enger Zusammenarbeit ermöglichte die Gesamtschule Niederberg in Neukirchen-Vluyn nicht nur, dass die Räumlichkeiten für das Projekt genutzt werden konnten, sondern auch interessierte Jugendliche mit und ohne Zuwanderungsgeschichte von der Idee erfuhren. Die Weseler Musiker „Rap on Tour“ leiteten die jungen Rapperinnen und Rapper professionell an. Da sie als Antiaggressions- und Selbstbewusstseinscoaches, Rapper und selbst z. T. mit Migrationshintergrund etliche der Themen der Jugendlichen kannten, entstand schnell eine Vertrauensbasis und Teamgeist und ermöglichte den Text allein aus den Erfahrungen der jungen Musizierenden. So rappte eine Sängerin ins Mikro, dass sie 2014 nach Deutschland gekommenen sei: „Mama und Papa kämpfen mit Sorgen. Doch wir kämpfen für einen besseren Morgen.“ Eine andere „Hier ist es dunkel, wie in einem bösen Traum, doch die Hoffnung kann mir niemand hier draußen klau‘n.“ Sie rappen von Krieg, von Fremdheit und Ignoranz und setzen den Refrain entgegen: „Wir sind alle gleich, wir sind alle eins, was meins ist, ist auch deins – für immer.“
Am letzten Tag der Woche kam die interne Aufführung in der Schule und wurde ein großer Erfolg.
Heike Völlings ist glücklich, dass das Projekt sein Ziel erreicht und integrative Kraft entfaltet hat. „Man spürt in dem Song die Belastung der jungen Menschen. Ebenso ihren Wunsch, dass wir in der Gesellschaft zusammenrücken. Das ist für mich die Message des Songs“, erklärt sie. Der Rap benennt das explizit: „Integration heißt Brücken bauen, nicht Mauern ziehen, denn nicht jeder ist für den Krieg.“
Den Rap finden Sie hier: “Kinder der Zeit” anhören








