Wittfeld-Wohnverbund geht auf Reisen

Bewohnende schalten in den Ferien vom Alltag ab und meistern persönliche Herausforderungen

In das niederländische Brouwershaven ging es für elf Bewohnerinnen und Bewohner des Johann Heinrich Wittfeld-Wohnverbunds, die neben ihrem seelischen Handicap diverse körperliche Einschränkungen haben. Von der gemeinsamen Woche in der barrierefreien Unterkunft Villa Greveningen nahmen die Reisenden schöne Erfahrungen mit nach Moers: Bei einer Schiffstour ließen sie sich die Seeluft um die Nase wehen, unternahmen einen Ausflug nach Domburg, spürten den Strandsand unter den Füßen oder genossen zusammen mit ihren Betreuenden einen häuslichen Beautyabend in der Ferienvilla mit Blick aufs Meer.

Mit der Brouwershavener Reisegruppe ist am 1. Oktober eine der fünf Feriengruppen des Johann Heinrich Wittfeld-Wohnverbunds aus ihrem Urlaub 2023 zurückgekehrt. Im Sommer tourten Betreuende zusammen mit 16 Bewohnenden in Kleinbussen in das Tiroler Sellraintal. In zwei Ferienhäusern genossen sie dort auf 1200 Metern Höhe eine Woche lang die Natur. Weitere Gruppen unternahmen z.B. eine Kurzreise auf einen Campingplatz nach Sonsbeck und verbrachten schöne Tage in einem Ferienpark am Leukermeer. Eine weitere Gruppe reiste für eine Woche nach Papenburg.

Thomas Bauhaus, Scarlett Jünemann, Marvin Gonschorek (Auszubildender, Johann Heinrich Wittfeld-Wohnverbund), Ursula Forbringer

Die Urlaubsfahrten, die die Einrichtung der Grafschafter Diakonie regelmäßig organisiert, bieten den Klientinnen und Klienten nicht nur erholsame Abwechslung vom Alltag. Sie tun auch ihrem Befinden gut. „Wir erleben, dass so mancher und manche richtig aufblüht und lebendiger und kommunikativer ist“, erzählt Heilerziehungspflegerin Anna Völling aus dem Betreuenden-Team. Beispiele dafür gibt es einige: Etwa das von dem Klienten, der bei einer Gondelfahrt auf einen Berggipfel seine Ängste überwand und anschließend stolz auf das Geleistete war. Oder das von der Klientin, die trotz leichter Gehbehinderung eine Wanderstrecke gemeistert hat. Einen Teil der Reisekosten sparen sich die Bewohnenden zudem selbst zusammen. „Viele fangen früh an, beiseitezulegen, was sie von ihrem Honorar aus ihrer Arbeit im Rahmen der Werkstatt-Angebote zurücklegen können und sind stolz darauf, ihren Urlaub durch die eigene Arbeit mitzufinanzieren“, sagt Holger Feige, der als Leiter des Fachbereichs „Besondere Wohnform“ mit für die Organisation der Reisen zuständig ist.

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