Seniorenbüro schickt „Beschäftigungskoffer“ auf die Reise

Im Seniorenbüro der Grafschafter Diakonie steht seit Juni ein Koffer mit besonderem Inhalt bereit. Gepackt haben ihn Albert Sturtz und Iris Schwabe für das Projekt „Lokale Allianzen – Demenzfreundliches Repelen“, das die Grafschafter Diakonie zusammen mit weiteren Trägern im Stadtteil umsetzt. Das Gepäckstück ist für Personen gedacht, die einen Angehörigen, Nachbarn oder Nachbarin, Freundin oder Freund oder eine andere Person mit Demenz betreuen oder zuhause pflegen. Der Inhalt soll trotz der Belastungen im Betreuungsalltag dafür sorgen, dass die Pflegenden und ihre Lieben gemeinsamen Spaß erleben können.

Iris Schwabe (Seniorenbüro, Grafschafter Diakonie), Albert Sturtz (Fachberater Demenz, Grafschafter Diakonie), Bahri Kizilkaya (ehrenamtlich Mitarbeitender, Seniorenbüro, Grafschafter Diakonie)

Ausleihkoffer für Demenzbetroffene und ihre Angehörigen ist für gemeinsame Freude im Betreuungsalltag zuhause gedacht

Vom Bedarf für das neue Angebot erfuhr Demenzfachberater Albert Sturtz von den pflegenden Angehörigen direkt. Bei den „Herzenssprechstunden“, die der Fachberater Demenz regelmäßig im Seniorenbüro anbietet, hätten viele berichtet: „Wir finden zu wenig Freizeitangebote für unsere Lieben und uns gehen oft die Ideen aus, was wir zusammen Schönes machen können.“  Genau dafür hatte der Fachberater einige Möglichkeiten parat, besorgte einen strapazierfähigen Schalenkoffer und packte das gefundene Material hinein. Unkompliziert, leicht zu handhaben und in jedem Wohnzimmer umsetzbar sollten die Dinge sein. Zu finden ist zum Beispiel ein Liederbuch, für diejenigen, die ausprobieren wollen, ob es ihnen gefällt, zusammen etwas zu singen. Oder es gibt ein Puzzle mit größeren Teilen, das zum gemeinsamen Suchen der jeweils passenden Stücke einlädt. Ein großer Beutel mit Geldmünzen früherer Währungen wie D-Mark, Lire, Schilling und Co sowie eine Kiste mit unterschiedlichen Knöpfen und Garnen sind ebenfalls in den Koffer gepackt. „Viele Demenzbetroffene mögen es, früher bekannte Dinge wiederzuerkennen, sie in die Hand zu nehmen oder zu sortieren“, weiß der Fachberater Demenz. Wer Lust hat, sich zusammen auf entspannte Weise zu bewegen und in Aktion zu kommen, findet im Koffer z.B. eine Auswahl an Luftballons. „Die kann man sich zum Beispiel gegenseitig zuspielen oder man kommt zusammen auf eine andere spielerische Idee“, erklärt Sturtz. Sollten viele Angehörige das Angebot nutzen, wird es noch weitere Koffer geben. In Planung sind themenspezifische Koffer zu Stichworten wie ‚Handwerk‘ oder ‚Geschichte‘.

Derzeit stehen drei Koffer zur Verfügung. Angehörige können sie kostenlos für je 14 Tage ausleihen. Standorte sind außer dem Seniorenbüro der Grafschafter Diakonie, Markt 5, 47445 Repelen, das Begegnungs- und Beratungszentrum der AWO, Talstraße 12, 47445 Repelen sowie das Quartiersbüro von AWO und Caritas in Eick, Waldenburger Straße 5 47445 Moers. An der Ausleihe Interessierte können sich telefonisch im Seniorenbüro melden unter der Telefonnummer 02841 73596

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