Jugendmigrationsdienst macht auf Kürzungen im Bundeshaushalt aufmerksam

Mitarbeitende von Grafschafter Diakonie und Diakoniewerk Duisburg stellen bei Aktionstag in der Duisburger Innenstadt ihre Arbeit und die Folgen der Reduzierungen vor

An normalen Arbeitstagen ist Nilüfer Yildirim als „Respekt Coach“ des Jugendmigrationsdienstes (JMD) in den Klassenzimmern der Rheinhauser Heinrich-Heine-Gesamtschule im Einsatz. Jetzt führte sie in der Fußgängerzone der Duisburger Innenstadt Gespräche mit den Einkaufenden. Hintergrund für den eintägigen Wechsel des Arbeitsorts: Am bundesweiten JMD-Aktionstag am 13. September machte sie zusammen mit ihrem Kollegen Ali Babursah von der Grafschafter Diakonie und Gülay Bingöl und Malick Seck vom Diakoniewerk Duisburg auf ein schwieriges Thema aufmerksam. Aufgrund geplanter Kürzungen im Bundeshaushalt 2024 wird es das JMD-Programm „Respekt Coaches“ ab dem kommenden Jahr voraussichtlich nicht mehr geben, denn die Mittel für die Arbeit der Jugendmigrationsdienste sollen reduziert werden. Carina Petrausch, Leiterin des Arbeitsbereichs „Schule Bildung und Freizeit“ bei der Grafschafter Diakonie betont: „Wir wollen mit der Aktion darauf aufmerksam machen, welche wichtige Arbeit damit eingekürzt werden wird.“ Zusammen mit dem Diakoniewerk Duisburg hat die Grafschafter Diakonie im Rahmen des JMD-Respekt-Coach“-Programms an vier Duisburger Schulen insgesamt 2320 Schülerinnen und Schüler begleitet. In den sechsten bis achten Klassen stärken Gruppenangebote dabei z.B. das Bewusstsein für demokratische Werte und die interkulturellen und interreligiösen Kompetenzen. Die Schülerinnen und Schüler setzen sich zudem mit Geschlechterrollen und menschenfeindlichen Ideologien und Rassismus auseinander. „Diese Themen wurden sehr wirkungsvoll eingebracht und bieten eine große Hilfe bei Unsicherheiten in der Schülerschaft“, sagt Carina Petrausch.

(v.l.) Malick Seck, Mara Gertz, Gülay Bingöl, Ali Babursah, Nilüfer Yildirim

Die Jugendmigrationsdienste (JMD) in Duisburg begleiten junge Menschen mit Migrationshintergrund im Alter zwischen 12 und 27 Jahren. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unterstützen z.B. bei der Suche nach einer Ausbildungsstelle, beantworten Fragen zum Schulbesuch und Aufenthaltsrecht oder unterstützen mit Nachhilfe und schulischer Förderung. Auch mit ganz normalen Alltagsproblemen können sich die Jugendlichen an den JMD wenden.
„Respekt Coaches“ ist ein spezielles Angebot des JMD zur politischen und religiösen Extremismus-Prävention an weiterführenden Schulen. Das bundesweite Programm ist 2018 vom Bundesfamilienministerium initiiert worden und soll Extremismus und Radikalisierung im jungen Alter entgegenwirken.

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