Futter für die Verhandlungen in Berlin

21.09.2018 11:09

Wertvolle Einblicke in die Situation der Flüchtlingsarbeit vor Ort erhielt Bundestagsabgeordnete Bärbel Bas am Montag, 17. September. Die Politikerin war im Regenbogenhaus der Grafschafter Diakonie, dem Diakonischen Werk des Kirchenkreises Moers, an der Beethovenstraße 18a in Duisburg- Rheinhausen, zu Gast. Bas machte sich ein Bild von der dort geleisteten Flüchtlingsarbeit. Fachkräfte der Grafschafter Diakonie, die auch für Duisburg Homberg und Duisburg Baerl tätig sind, stellten außerdem das vom Bündnis für Demokratie und Toleranz der Bundesregierung ausgezeichnete Projekt „Deutsch und Mehr“ vor, berichteten über die Arbeit des Jugendmigrationsdienstes und der Familienhilfe Sofort vor Ort. 

Beim ausgezeichneten Projekt „Deutsch und Mehr“ lernen seit dem Jahr 2015 jede Woche bis zu 40 Kinder regelmäßig auf spielerische Weise Sprache und Kultur des neuen Heimatlandes kennen. Koordiniert von Flüchtlingshelferin Alina Morbitzer von der Grafschafter Diakonie kümmern sich ehrenamtliche Pädagoginnen und Pädagogen mit großem Engagement um den Nachwuchs.

Politikerin Bärbel Bas informiert sich im Rahmen des Aktionstags Migrationsberatung der Duisburger Wohlfahrtsverbände im Regenbogenhaus über den künftigen Bedarf in der Flüchtlingsberatung

Die Deutschkurse für die Kleinen sind nur ein kleiner Teil der Arbeit, die Flüchtlingshelferin Alina Morbitzer leistet. Zusammen mit zwei Kolleginnen unterstützt sie seit dem Jahr 2015 Geflüchtete beim Ankommen im neuen Land. Bis zu 40 Mal am Tag helfen die Berater beim Stellen von Asylanträgen, beim Kindergeld, bei Fragen rund um das Jobcenter, bei schulischen Angelegenheiten und in konkreten Dingen des Alltags. Doch die Beraterinnen stehen vor einem Problem: Da die Finanzierung der Arbeit durch die Stadt Duisburg zum Ende des Jahres ausläuft, ist offen, ob die Geflüchteten weiterhin auf die Unterstützung der Fachkräfte zählen können. Alina Morbitzer: „Ich mache mir Sorgen um die Klienten hier im Duisburger Westen, denn diese sind auf unsere Beratung angewiesen.“ 

Auf eine weitere Lücke macht Jürgen Voß, der als Leiter des Geschäftsbereichs Soziale Dienste der Grafschafter Diakonie für die Flüchtlingsarbeit im Regenbogenhaus zuständig ist, aufmerksam. „Es sind zwar weniger Geflüchtete, die neu in den Unterkünften ankommen, doch diejenigen, deren Bleiberecht bereits anerkannt ist, haben weiterhin hohen Beratungsbedarf. Diese werden uns auch weiterhin aufsuchen, da das Regenbogenhaus als Anlaufstelle in Rheinhausen und darüber hinaus bei ihnen gut bekannt ist“, sagt Voß. Zudem sei der Duisburger Westen bei der Versorgung mit Fachkräften für die Migrationsberatung der über 27-Jährigen Geflüchteten unterversorgt. „Im Duisburger Westen gibt es nur eine halbe Stelle für die Migrationsberatung. Hier wären zwei oder besser drei Stellen dem Bedarf angemessen“, so Voß. 

Bei den aktuellen Haushaltsberatungen der Bundesregierung stehe auch das Budget für die Flüchtlingsarbeit auf der Agenda, so Politikerin Bas. „Im letzten Jahr konnten 52 Millionen Euro für die Beratung bewilligt werden. In diesem Jahr sind keine Kürzungen geplant“, sagt Bas. Es gäbe zwar eine Erhöhung, doch diese falle mit 200.000 Euro gemessen am Bedarf zu niedrig aus. „Wir als SPD-Fraktion werden einen Antrag auf eine Erhöhung in die Verhandlungen einbringen. Der Besuch hier im Regenbogenhaus hat mir Hintergründe für die Gespräche geliefert.“


Info: Der Besuch der Politikerin fand statt im Rahmen des Aktionstags Migrationsberatung, den die Wohlfahrtsverbände in Duisburg zusammen organisiert haben. Die Wohlfahrtsverbände machen mit dem Aktionstag am 20. September auf die unzureichende Finanzierung der Migrationsfachdienste in der Arbeit mit anerkannten Flüchtlingen aufmerksam.

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