Flüchtlingsarbeit im Regenbogenhaus erhält Auszeichnung

12.01.2018 08:42

Beim Projekt „Deutsch und Mehr“ bereiten Ehrenamtliche Flüchtlingskinder auf die Schule vor

Begeisterte Lernerinnen und Lerner: Rheinhauser Flüchtlingskinder, die noch auf ihre Schulzuweisung warten, machen zusammen mit ihren ehrenamtlichen Lehrern Ilona Blonski und Bobby Kaczor erste Schritte in der deutschen Sprache.

Ausgezeichnete Arbeit im Regenbogenhaus: Das Bündnis für Demokratie und Toleranz gegen Extremismus und Gewalt (bfdt) der Bundesregierung hat die Arbeit des Stadtteilzentrums an der Rheinhauser Beethovenstraße als vorbildlich eingestuft. Den mit einer Fördersumme von 1000 Euro verbundenen Preis bekommt die Einrichtung der Grafschafter Diakonie im Rahmen des Wettbewerbs „Aktiv für Demokratie und Toleranz 2017“ für das Projekt „Deutsch und mehr“. „Wir freuen uns über die Auszeichnung und, dass wir den Vorbereitungskurs dank unserer Ehrenamtlichen anbieten können. Er füllt eine Lücke für diese Zielgruppe und unterstützt die frühe und schnelle Integration der Flüchtlingskinder und ihrer Familien“, sagt Felicitas Hagemeier, die als Leiterin der beiden Diakoniedienststellen der Grafschafter Diakonie im Duisburger Westen für die Flüchltingsarbeit verantwortlich ist.

Den Vorbereitungskurs auf die Schule für Flüchtlingskinder von sechs bis 14 Jahren bietet das Regenbogenhaus seit dem Jahr 2016 an. Begleitet von Fachkräften der Grafschafter Diakonie leiten ihn ehrenamtlich engagierte Rheinhauserinnen und Rheinhauser. „Deutsch und mehr“ richtet sich an Flüchtlingskinder im schulpflichtigen Alter, die noch keine Schulzuweisung erhalten haben und die mit ihren Eltern in der Traglufthalle oder in Wohnungen in den umliegenden Straßen untergekommen sind.  „Diese Kinder haben sonst keine andere Möglichkeit, erste Schritte in der für sie fremden Sprache zu machen und etwas über die Spielregeln des Lebens im neuen Land zu lernen“, erklärt Alina Morbitzer, die in der Rheinhauser Flüchtlingshilfe für die Begleitung der Arbeit der ehrenamtlichen Flüchtlingshelfern zuständig ist. 

Entsprechend voll wird es jeden Dienstag- und Donnerstag-Vormittag von neun bis elf Uhr in dem Kursraum mit den kleinen Schulbänken im Erdgeschoss des Regenbogenhauses. „Alle sind mit Feuereifer bei der Sache“, schildert Alina Morbitzer die Erfahrungen. Obst, Gemüse, Wochentage, Körperteile, Jahreszeiten, Verben und Präpositionen: Mit Spiel, Spaß und selbst angefertigtem Schulmaterial machen sie sich die fremde Sprache Wort für Wort zu Eigen.  Zusammen mit den ehrenamtlichen Kursleitern Ilona Blonski, Bobby Kaczor und Birgitt Huppertz trainieren sie mit Liedern, Bild- und Memorykarten Aussprache und Sprechvermögen. Sie lernen, wie man sich mit der Hand meldet oder während des Unterrichts ruhig am eigenen Platz sitzt. „Die Kinder sind sehr wissbegierig, fragen nach Hausaufgaben und erledigen diese mit Begeisterung“, weiß Alina Morbitzer.

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